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11. Mai 2016

Junge Arbeit Neuperlach – das Jahr 2015

Category: Neuigkeiten – Philipp Bluemle 12:17

Auch in 2015 konnte Junge Arbeit Neuperlach auf ein entwicklungs- und ereignisreiches Geschäftsjahr zurückblicken.

Auch wenn im Oktober 2015 das eigene Secondhand-Geschäft „sports&work“ im Quiddezentrum aus baulichen Gründen kurzfristig geschlossen werden musste, konnte die Anzahl von 41 Arbeitsgelegenheiten nach § 16d SGB II aufrechterhalten werden. So sind aktuell 31 Personen in dezentralen Einsatzstellen im gesamten Münchner Stadtgebiet und zehn Personen im gastronomischen Eigenbetrieb coffee & work in der Bad-Schachener-Straße tätig. Ergänzt wurde dieses Angebot 2015 zusätzlich um zwei Stellen für Personen die Leistungen des SGB XII erhalten.

Während des Berichtszeitraums wurden insgesamt 91 Personen im Projekt beschäftigt, 58 Personen davon haben Ihre Tätigkeit neu aufgenommen. Genauso viele haben die Maßnahme beendet, was insgesamt zu einer zufriedenstellenden Gesamtauslastung des Projekts führte. Erfreulich ist, dass trotz eines allgemeinen Rückgangs der Zuweisungen in Arbeitsgelegenheiten durch Jobcenter, das Verhältnis von Anzahl der Zuweisungen und Beschäftigungsaufnahmen im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert werden konnte. Dies spricht dafür, dass es Junge Arbeit Neuperlach gelingt, sich den veränderten Bedingungen anzupassen und auch sehr schwachen Personen eine Integration in die Maßnahme zu ermöglichen.

Zusätzlich konnte für eine Vielzahl der TeilnehmerInnen eine passende Anschlussperspektive entwickelt werden. So mündeten nahezu 1/5 der Beschäftigten nach Ende der Maßnahme in eine anschließende Aus- oder Weiterbildung bzw. weiterführende Qualifizierungmaßnahme oder nahmen Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt auf.

In der zusammenfassenden Betrachtung zeigte sich 2015 eine sehr heterogene TeilnehmerInnenstruktur: 65% der TeilnehmerInnen waren männlich, 35% weiblich. Das Durchschnittsalter lag bei 46 Jahren, wobei der Anteil der Personen über 50 im Vergleich zum Vorjahr deutlich zunahm. Hinsichtlich der Nationalität der TeilnehmerInnen besaßen rund 2/3 die deutsche Staatsangehörigkeit.

Zusammenfassend ist bei den TeilnehmerInnen die Tendenz erkennbar, dass die multiplen Problemlagen und Vermittlungshemmnisse an Komplexität und Anzahl weiter zunehmen. Insbesondere der Anteil von Personen mit psychischen Erkrankungen oder Schwerbehinderung ist auch im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Diese veränderten Profile bedürfen einer besonders intensiven Begleitung und psychosozialen Beratung sowie umfassende und ganzheitliche Betreuung und Berücksichtigung individueller Bedarfe. Es zeichnet sich ab, dass es vielen TeilnehmerInnen nicht mehr möglich sein wird, außerhalb eines sozialen Betriebes eine langfristige, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufzunehmen. Auch deswegen wird unsererseits die Einführung des Dritten Arbeitsmarktes in München ausdrücklich begrüßt. Hierdurch wird eine neue Beschäftigungsperspektive geschaffen, die den veränderten Anforderungen der TeilnehmerInnen gerecht wird und gleichzeitig eine längerfristige Perspektive und somit soziale Teilhabe verspricht.